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Channel: Chartino Karavi / Wohnschiffprojekt Altona e.V. – stiftung-do
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PIKPA – Willkommen auf Lesbos (Griechenland)

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Lesbos, Griechenland im Dezember 2012. Als immer mehr Flüchtlinge rund um den Hafen von Mytilini im Regen auf der Strasse schlafen, wird kurzerhand ein leer stehendes Kinderferienlager von Freiwilligen umfunktioniert, um neu ankommenden Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf und Essen geben zu können. Seitdem kommen in PIKPA, dem „Dorf der Alle zusammen“, immer wieder Flüchtlinge unter. Getragen allein auf Spendenbasis und durch das Engagement der örtlichen Bevölkerung werden die Menschen mit dem Nötigsten versorgt.

Unter den Gästen sind viele Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan oder Nordafrika, die von der türkischen Küste aus die gefährliche Überfahrt auf die griechische Insel riskieren, um später das europäische Festland erreichen zu können. Viele haben auf diesem Weg ihre Angehörigen verloren und suchen nach ihnen. Andere brauchen medizinische Hilfe oder einfach Kleidung und Essen für ihre Kinder. In PIKPA stehen freiwillige HelferInnen und auch DolmetscherInnen bereit, um Licht in das völlige Dunkel der gerade angekommenen Flüchtlinge zu bringen: Wann und wie kann ich mich registrieren lassen? Wie finde ich meine Angehörigen wieder? Wie bekomme ich ein Ticket für die Fähre nach Athen? Was mache ich in Athen? Wo finde ich eine Sim-Karte um meine Familie anzurufen?

Nach der Wirtschaftskrise in Griechenland ist das ohnehin zum Stillstand gebrachte Asylsystem in Griechenland völlig zusammen gebrochen. Angesichts der täglichen Ankünfte von Bootsflüchtlingen auf Lesbos und der äußerst kritischen Lage unterstützt die Stiftung :do den laufenden Betrieb von PIKPA kurzfristig mit 1000 Euro.

Im Oktober 2013 eröffnet der Bezirk das so genannte “first reception center” für Flüchtlinge in Moria. Menschen, die in PIKPA in Freiheit auf ihre Registrierung warteten, werden jetzt nach Moria transportiert und dort wochenlang, manche sogar für Monate, unter menschenunwürdigen Bedingungen eingesperrt. Aber auch die Eingesperrten kommen irgendwann wieder frei. Viele werden weiter transportiert in die großen Abschiebegefängnisse auf dem Festland oder nach Samos. Da es im Winter aber nicht täglich Boote nach Athen gibt, werden viele Menschen auch wieder obdachlos auf der Strasse gelassen – und finden bei PIKPA wenigstens ein Dach über dem Kopf.

www.lesvos.w2eu.net/tag/pikpa


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